Neues von MoPoTsyo: Jahresbericht 2017

(englischer Originalbericht, s. „Dokumente“)

MoPoTsyo wächst: 2017 wurden in 18 Distrikten über 30 000 Betroffene als Mitglieder registriert. Rund 17‘000 Leute werden als regelmässige Patienten betreut. Nach zähen Verhandlungen mit der Regierung kann MoPoTsyo 2018 ein neues Betreuungsnetzwerk in einem Armenviertel von Phnom Penh eröffnen.

Und so hat sich die Arbeit von MoPoTsyo 2017 entwickelt:

Diabetes-Screening
mit Urinzuckertests in 2 neueröffneten Distrikten bei 94‘574 Personen. Bei positivem Urinzuckertest erfolgt eine Bestätigung der Diagnose mit Blutzucker-Kontrolle durch einen Peer Educator.

Dieses Vorgehen ist ungenau, aber sehr günstig und einfach durchführbar. Es weckt aber die Sensibilität und das Interesse der Bevölkerung für den Diabetes, den erhöhten Blutdruck und ihre Folgen. In den neuen Distrikten wurde so bei 2958 Personen ein Diabetes und bei 719 Personen ein erhöhter Blutdruck entdeckt.

Über dieses Screening konnte den neudiagnostizierten Patienten über eine Mitgliedschaft bei MoPoTsyo Zugang zu Schulung, Beratung und Arztkontrollen sowie Medikamenten ermöglicht werden.

Arzt-und Laborkontrollen: MoPoTsyo führte mit Hilfe einer Diabetes-Spezialklinik in Phnom Penh eine Intensiv-Schulung für die Ärzte in den Distrikten mit neuen MoPoTsyo-Zentren durch. Jetzt können die geschulten Ärzte Diabetes-Kontrollen in den (oft weit von der Hauptstadt entfernten Gebieten) selbst durchführen. MoPoTsyo entsendet 1-2mal jährlich einen Spezialisten zur Qualitätskontrolle und fachlicher Unterstützung der Ärzte in der Peripherie.

Medikamente: sie konnten zu unverändert tiefem Preis angeboten werden: 5 mal billiger als zum üblichen Marktpreis in Kambodscha.

MoPoTsyo engagiert sich in der Forschung und profitiert davon: in einer grossen Studie der Universität Washington in Seattle wurde eine Gruppe von Peer Educator mit Tablets ausgerüstet und in im Gebrauch geschult. Sie können nun ihre Daten per Internet an die Zentrale senden und so unkompliziert ihre Bedürfnisse anmelden und Unterstützung bekommen. Darüber hinaus können sie Patienten, die in grösserer Entfernung wohnen, mit SMS-Nachrichten übers Handy erreichen und beraten. Diese Art von Betreuung ist auf sehr gutes Echo gestossen. Sie könnte gerade in ländlichen Regionen die Betreuung der Patienten effizienter und kostengünstiger machen und den Patienten helfen, die Therapie weiterzuführen. Die Studie wird noch ausgewertet und bei guten Ergebnissen mit finanziellem Support durch die Universität Washington weitergeführt werden.

MoPoTsyo ist stets im Kontakt mit dem kambodschanischen Gesundheitsministerium: 2017 musste ein neuer 3-Jahres-Vertrag ausgehandelt werden. Dies ist immer mit viel administrativem Aufwand verbunden – aber es hat sich gelohnt: im Januar 2018 hat MoPoTsyo die offizielle Arbeits-Erlaubnis bis 2020 erhalten und dazu die Bewilligung, Medikamente zollfrei zu importieren: zwei für MoPoTsyo lebenswichtige Meilensteine.