(MoPoTsyo in Corona-Zeiten: Quartalsbericht von Maurits Van Pelt

Auch in Kambodscha fürchtet man sich vor der Pandemie. Die Regierung hat einen teilweisen lockdown verhängt und hält weitere Notmassnahmen in Reserve. Die Klienten von MoPoTsyo sind Risikopersonen: MoPoTsyo beachtet strikte Hygiene-Regeln für das Personal und informiert die Patienten/innen, wie sie sich schützen können. Nur wenige Corona-Tests werden durchgeführt, man weiss deshalb nichts Genaues über die Verbreitung der Seuche. Was aber auffällt: Im ganzen Land sind nur ca. 120 Betroffene bekannt, keine Leute mit schwerem Verlauf und keine Todesfälle. Die grosse Frage stellt sich: wird Corona nicht erkannt – oder könnte es sein, dass Kambodscha nur leicht betroffen ist? Hat Kambodscha wirklich Glück – eine verrückte Hoffnung, die sich da aufdrängt. Der weitere Verlauf wird es zeigen.


Ein anderes Corona-bedingtes Problem macht MoPoTsyo aktuell Sorgen: die Medikamentenlieferungen sind im Rückstand: die meisten Medikament werden in Indien produziert – und dort herrscht Stillstand. Bei den Labor-Chemikalien und Teststreifen aus China gibt es Unterbrüche in der Lieferkette. Auch hier herrscht das Prinzip Hoffnung – und eine Menge administrativer Zusatzaufwand.


Ungeachtet dieser Probleme geht die Arbeit weiter:


7 neue Peer Educators wurden ausgebildet, unter Beachtung und Durchführung strikter Hygiene-Regeln. Der neue modulartige Aufbau dieser Ausbildung erlaubt es den Kandidaten, einen Teil des Lernstoffs zuhause digital zu absolvieren und so weniger mühsame, teure und gefährliche Reisen nach Phnom Penh auf sich zu nehmen. 


Ausdehnung der MoPoTsyo Aktivität: 


Die Behörden von 5 Gesundheitsdistrikten interessieren sich für das System von MoPoTsyo, nachdem sie bereits laufende MoPoTsyo-Programme in andern Distrikten besucht hatten. Nun geht es darum, die Erlaubnis des Gesundheitsministeriums zur Eröffnung neuer MoPoTsyo-Stützpunkte zu bekommen. Da heisst es: verhandeln, verhandeln, verhandeln.


Ein Gesundheitsdistrikt, der das MoPoTsyo-System nach einigen Jahren Zusammenarbeit in eigener Regie weitergeführt hatte und dabei keinen Erfolg erzielte, kehrt nun wieder ins MoPoTsyo Programm zurück – eine stille Genugtuung für MoPoTsyo!


Mehrere NGOS, die in Kambodscha arbeiten, interessieren sich für das System von MoPoTsyo und planen eine Zusammenarbeit.


So verbreiten sich die zentralen Anliegen von MoPoTsyo:


1. Bring die medizinische Betreuung zu den Leuten, statt die Leute in teure Kliniken
2. Gib den Leuten Zugang zu den notwendigen Medikamenten
3. Die Arbeit der Peer Educators ist der Schlüssel zur patienten-nahen Behandlung
4. Kontrolliere die Behandlungsresultate und nicht nur die Benutzerzahl der Dienstleistung


Die Erfolge der Arbeit von MoPoTsyo machen Hoffnung auf eine wachsende Verbreitung und Akzeptanz dieser Grundsätze. Unsere Unterstützung hilft dabei und wird dankend angenommen. Maurits äussert sich begeistert über seinen Besuch in der Schweiz.


Für uns bedeutet das: unsere Unterstützung macht Sinn und wird gut eingesetzt – lasst uns weiter werben für MoPoTsyo und hoffen wir, dass die Corona-Krise nicht vieles, das sich entwickelt, zunichte macht!